Intelligenztests – Ressourcen erkennen


Psychologische Testverfahren

eignen sich sehr gut, Fähigkeiten objektiv und zuverlässig zu messen. Das gilt gerade für Intelligenztests, da sie die kognitiven Fähigkeiten einer Person darstellen und von diesen – neben den Soft-Skills – die Leistung im Job abhängt. Für Berufe, die eine hohe Komplexität aufweisen, wie Ingenieur oder Manager, eignen sich Intelligenztests zur Einordnung kognitiver Fähigkeiten.

Im Geiste einen Würfel drehen, Zahlenreihen vervollständigen, unter lauter Obstsorten das einzige Gemüse finden haben eben doch etwas mit der Berufspraxis zu tun, da solche Untertests generelle geistige Fähigkeiten einer Person sichtbar machen.

Ist ein Mensch ein schlauerer oder besserer Mensch, wenn er im IQ-Tests gut abschneidet? Eine Person ist deshalb kein besserer Mensch, sondern ein Mensch, der besser einem Stellenprofil entspricht.

Berufsanfänger haben Angst vor dem IQ-Test, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt, Berufserfahrene lehnen ihn ab, weil sie meinen, so einen Test nicht mehr nötig zu haben. Beide wollen sich keinen Stempel aufdrücken lassen durch einem IQ-Gesamtwert – und haben Recht. Denn ein IQ-Wert stellt eine verkürzte Zusammenfassung aller Teiltests dar und sagt für sich alleine wenig aus.

Ein IQ-Test sollte durch die Betrachtung von Untertests ein differenziertes Bild der Leistungen einer Person in Bezug auf ein Stellenprofil ermöglichen. Die Betrachtung des Profils einer Person ist dann wichtiger als das IQ-Gesamtergebnis. Denn ein IQ-Gesamtwert kann sich aus ganz unterschiedlichen Leistungen zusammensetzen, ein ausgeglichenes Profil der Untertests darstellen oder durch ein sehr zerrissenes Profil zustande kommen.

Gerade hier liegt die Stärke von Intelligenztests: das Profil einer Person macht deren Ressourcen sichtbar und gibt Hinweise auf sinnvolle Förderung und zukünftige Massnahmen:

  • Wo liegen die Stärken einer Person?
  • Zeigt ein Mitarbeiter seine volle Leistung? Ist er geistig unterfordert?
  • Welche Art von Aufgaben fallen einem Mitarbeiter leicht?
  • Wodurch kann ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter angemessen fördern?
  • Welche Fortbildung ist für einen Mitarbeiter die richtige?

Ein Talent kann nur gefördert werden, wenn man es kennt.

IQ

Die WAIS-IV – Wechsler Adult Intelligence Scale

ist der weltweit am häufigsten eingesetzte reliable und valide Intelligenztest für Jugendliche und Erwachsene, dessen Untertests es ermöglichen, Facetten der Intelligenz zu erfassen. Mit vier Indizes – die jeweils aus mehreren Untertests ermittelt werden – lassen sich detaillierte Aussagen zu den folgenden vier Bereichen treffen:

  1. Sprachverständnis: sprachliche Begriffsbildung, sprachliches Schlussfolgern, Umgang mit erworbenem Wissen
  2. Wahrnehmungsgebundenes Logisches Denken: Wahrnehmungsorganisation, logisches Denken, räumlich-konstruktive Leistungen, visuomotorische Integration
  3. Arbeitsgedächtnis: kurzfristiges Behalten im Gedächtnis, Durchführung von Operationen/Manipulationen, Aufmerksamkeit, Konzentration und Arbeitsgedächtnis
  4. Verarbeitungsgeschwindigkeit: Geschwindigkeit der mentalen und graphomotorischen Verarbeitung, visuelle Analysefähigkeit, visuelles Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit und visuomotorische Koordination

Die Normstichprobe der aktuellen Auflage, dem WAIS-IV, wurde zwischen Februar und August 2012 erhoben. Die gesamte Stichprobe (inkl. Retests) beläuft sich auf N = 1800 Personen. Die Daten der Normtabellen basieren auf den Ergebnissen von 1425 Menschen.

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